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Fortsetzung ... Froschkönigs Sex

Fortsetzung ... Denn die Szenerie des „froschkönig...“ ist in der tiefenpsychologischen Analyse ein Bild für die (erwachende) Sexualität eines jungen Mädchens, der Brunnen die weibliche Libido schlechthin. Eugen Drewermann etwa, der bekannte Psychotherapeut und Theologe interpretiert in weiterer Folge den Akt des An die Wand-Werfens des Frosches gar als Schlüsselszene im Erwachsenwerden eines jungen Mädchens, das sich voller Wut und Ekel gegen die vom Vater König moralisch aufgezwungene Verbindung zu dem „Frosch“ wehrt – und mit dem ebenfalls geläuterten Prinzen belohnt wird.

Die Hauptakteure in Karin Maria Pfeifers Bilderserie sind allerdings Frauen jenseits der Heranwachens, weit über dem Idealalters und dem Idealgewicht.. Sie sind nicht Hochglanzmagazinen entsprungene Prinzessinnen, sondern haben bereits ihre Kanten und Ecken. Und wenn der Brunnen (Wasser) ein Symbol für Sexualität ist und die goldenen Kugel eines für das Spielen mit ihr, dann gehen die Protagonistinnen der Bilder trotz ihres Alters – oder vielleicht gerade deswegen (?) - offensichtlich sehr entspannt damit um.

Ganz typisch für die Künstlerin wird damit eines der wenigen verbliebenen Tabuthemen in der Gesellschaft unters Volk gebracht - ganz ohne Holzhammerargumentation oder Effekthascherei (wie etwa auch im Bilderzyklus „lose myself“ das unausrottbar romantizierende Klischee des von Alltagszwängen unabhängig schaffenden Kreativen ganz subtil in Frage gestellt wird). „Froschkönig“ steht als Symbol für die kindliche Vorstellung nach unkomplizierter, ewig romantischer Liebe, die etwa auch nach dem Kinderpsychologen Bruno Bettelheim („Kinder brauchen Märchen“) eben im Reifeprozess überwunden werden muss. Auch da klaffen die tiefenpsychologische Erkenntnis und die reifen Protagonistinnen der Bilderserie auseinander: Denn diesen Reifeprozess haben die Frauen in den Bildern längstens hinter sich.

Und die aufregendste Aussage aus dieser tiefenpsychologischen Interpretation bezieht sich auf die Abhängigkeit der Männer von ihren Frauen. Denn die Realität des Froschkönigs ist die: Er ist offensichtlich angewiesen auf die Königstochter und ihren Loslösungsprozess vom übermächtigen Vater, sonst würde er auf ewig im sumpfigen Brunnen ausharren müssen. Bissl ungemütlich, die Vorstellung, für Männer. Sein einziges Asset (nach Paartherapeut Hans Jellouschek): das Versprechen, die Königstochter von ihrer Traurigkeit zu erlösen. Das aber brauchen die in den Bildern dargestellten Personen – im Gegensatz zu der Prinzessin in Märchen - nicht wirklich. Das gibt den Frauen ziemlich viel Macht über die Männer, gerade im Alter, und der Bilderserie aus weiblicher Sicht eine ungeheuer positive Message: Sie können wirklich mit der goldenen Kugel (Sexualität) am Brunnenrand spielen, ganz ohne Abhängigkeit vom Froschkönig – gerade im Alter. Die Provokation verstehen die, die ihre Freud´schen Lektionen gelernt haben...

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